Cabernet Sauvignon

Triebspitzen offen, stark wollig, weißlich behaart mit einem karminroten Anflug versehen. Die Jungblätter sind ebenfalls starkwollig behaart und die Blattoberfläche ist bereits leicht blasig. Der Blattrand der Jungblätter ist leicht rötlich eingefärbt. Das erwachsene Blatt ist tiefgrün, mittelgroß, fünflappig mit tiefen Buchten ("Gesicht"), blasig. Stielbucht V-förmig geschlossen, tief eingeschnitten, überlappend, Das Blatt ist nur schwach gezähnt, die Zähne sind im Sortenvergleich weit angelegt. Die Blattoberfläche ist blasig derb. Im Herbst rötet das Laub nur leicht insbesondere an den Blattspitzen. Im Bereich der Stielbucht laufen die Blattadern am äußeren Rand (ähnlich wie bei Chardonnay). Der Trieb ist weitknotig, das Holz haselnussbraun und kräftig. Die konus- bis walzenförmige Traube ist mittelgroß bis groß, dichtbeerig, sehr oft geschultert. Die Beeren sind klein und rund mit dicker Haut und einem wachsartigen Belag.

1997 wurde durch DNA-Analyse nachgewiesen dass Cabernet Sauvignon aus einer natürlichen Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon blanc entstanden ist.

Beheimatet ist Cabernet Sauvignon im Bordelais, hat aber von hier den Siegeszug in die ganze Weinbau-Welt angetreten, in jüngerer Vergangenheit verstärkt auch nach Übersee. Mit rund 200.000 Hektar Rebfläche weltweit liegt sie an siebenter Stelle, wurde aber von der Sorte Merlot als am weitesten verbreitete rote Qualitätssorte überrundet. Auch außerhalb ihrer Heimat behält die Sorte ihre Eigenart und ihren Charakter, wobei natürlich die Intensität der Charakteristika durch den Einfluss der Böden oder des Klimas variieren können.

Wiedererkennungsmerkmale des Cabernet Sauvignons sind der charakteristische Traubengeruch von schwarzen Johannisbeeren (Cassis), der zum Teil durch einen Geruch von Zedernholz begleitet wird und die tiefdunkle Farbe der Weine. Darüber hinaus weisen die Weine immer einen konzentrierten Fruchtgeschmack mit einem tragenden Gerüst von Tanninen und Säure auf. Erschwert wird die Identifizierung der Traube im Wein durch die Tatsache, dass die Rebe kaum sortenrein angeboten wird.

Die Charakteristika der Rebsorte haben diverse Rebzüchter zu neue Kreationen angeregt. Während man im kühlen Weinbauklima insbesondere die tiefe Farbe der Weine mit einer frühen Reife zu kombinieren versucht, liegt das Hauptaugenmerk im warmen Anbauklima auf finessenreiche Sorten mit entsprechender Hitzefestigkeit.

Der Austrieb ist spät, ebenso der Blütezeitpunkt. Die Blütefestigkeit ist hoch. Die Reife ist mittelspät bis spät. In unseren Breiten ist sie etwa mit Riesling. Der Wuchs ist kräftig und aufrecht. Der Ertrag ist mittelhoch. Die Holzreife ist in Deutschland mittel.

Der Cabernet Sauvignon benötigt warme und gute bis sehr gute Lagen. Fruchtbare lehmige Böden sind eine Voraussetzung für die nötige Qualität. Die Sorte gehört nicht in spätfrost- oder winterfrostgefährdete Standorte. Die Krankheitsanfälligkeit ist gegen Botrytis und Peronospora eher gering. Er ist empfindlich gegen Oidium, Eutypiose und Schwarzfleckenkrankheit. Auf die gute Magnesiumversorgung muss wegen größerer Stiellähmeneigung geachtet werden. Gute Lagen, eher magere Böden, kurzer Anschnitt und strikte Ertragsbegrenzung sind unabdingbar. Vorteilhaft in unseren Breiten ist eine Halbierung der Trauben nach der Blüte.

Sollte in guten Lagen im langjährigen Mittel bei 100 Grad Oechsle liegen. Dann ist die Säure zwischen 7 und 10 g/l. Sortenrein ausgebaut, sind Cabernet Sauvignon-Weine sehr streng. Die gut gefärbten Weine sind wegen des gerbigen, adstringierenden Geschmacks erst nach langer Reifung gut trinkbar. Daher werden Cuvées mit milden Rotweinsorten wie Merlot oder Cabernet Franc bevorzugt. Mit solchen Cuvées lassen sich international beste Weine erzielen. Die Weine sind lange haltbar. Sie haben hohe Gerbstoffgehalte und sind körperreich. Eine Holzfasslagerung ist unbedingt zu empfehlen. Bei Vollreife hat der Cabernet Sauvignon ein charakteristisches Bukett nach grüner Paprika und Veilchen.

In der Jugend ist der Wein aus der Cabernet-Sauvignon-Rebe fruchtig, rau und gerbstoffbetont mit kräftiger „Nase“. Ein guter Cabernet-Sauvignon verwöhnt im Laufe seiner Reifung zunehmend mit feinen Röstaromen, Aromen von schwarzen Johannisbeeren, oft auch an Lakritze erinnernd und grüne Paprika.

Die Nachteile in Deutschland sind die späte Reife und die Verrieslungsneigung bei schlechtem Blütewetter. Dennoch ist die Sorte in ehrgeizigen Rotweinbetrieben derzeit im leichten Vormarsch.

Deutsche Klone:

Cabernet Sauvignon Gm 1

1 Gm (= einziger zugelassener deutscher Klon)

Cabernet Sauvignon Gm 1  
Blatt des Cabernet Sauvignon Gm1

Das Blatt zeigt das typische

"Gesicht des Cabernet Sauvignon"

   

Französische Klone:

Am weitesten verbreitet ist Klon 15, der bei einer hohen Ertragsleistung noch gute Mostgewichte einbringt und aufgrund seiner vergleichsweise guten Hitzeverträglichkeit in Südfrankreich zum Einsatz kommt. Klon 337 verfügt über eine mittelgute Ertragsleistung. Die Weine sind im Gegenzug reicher an Anthocyanen und sind sehr ausgewogen. Über einen ähnlichen Ertrag wie Klon 337 verfügt auch Klon 341, der wegen guter Qualität und seines regelmäßigen Ertrags geschätzt wird.

Cabernet Sauvignon 169

Weit verbreitet sind ebenfalls

die Klone 169 (Qualitätsklon)

Cabernet Sauvignon 685

weitere Klone 170, 188, 190, 191,

335, 336, 338, 340, 412 und 685.

Italienische Klone:

Cabernet Sauvignon R 5 R 5
Cabernet Sauvignon ISV FV 5

 

 

 

Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-01-236331-8

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff, Taschenbuch der Rebsorten, Fachverlag Fraund, Mainz 13. Auflage 2003 ISBN 3-921156-53-X

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