Saint Laurent / Sankt Laurent

gelbgrüne, stark weißfilzige Triebspitze, Blatt mittelgroß, 5 lappig, matt dunkelgrün, unterseits leicht flaumig-wollig, Traube mittel bis groß, dichtbeerig, meist kegelförmig, Beere oval, dicke schwarzblaue Beerenhaut, kräftige Beerensaftfarbe. Reife mittelspät, etwa 10 Tage vor blauem Spätburgunder.

Pinot-Abkömmling

Der St. Laurent wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch den deutschen Apotheker und Weinbaupionier Johann Philipp Bronner aus Frankreich nach Deutschland eingeführt. Von dort aus verbreitete sich die Rebsorte in die Nachbarländer, wo sie in Österreich noch relativ häufig vorkommt. Auch auf dem Gebiet der Tschechischen Republik und der Slowakei hat sich die Sorte als einer der beliebtesten Rotweine erhalten.

Die Rebsorte war lange Zeit Bestandteil des gemischten Satzes im Weinbau, in Deutschland aber seit den 1950er Jahren nahezu ausgestorben. Die restliche Rebfläche soll gerade noch 27 Hektar betragen haben. Mit der Renaissance des Rotweins hierzulande gegen Ende des 20. Jahrhunderts kam auch diese alte Sorte zu neuen Ehren. In Deutschland waren im Jahr 2007 wieder 675 Hektar bestockt.

Qualitätsmäßig liegt der St. Laurent zwischen dem anspruchslosen Portugieser und dem hochwertigen Spätburgunder oder Pinot noir, von dem er vermutlich teilweise abstammt.

Der Name rührt möglicherweise von der Essreife der ersten Beeren um den Laurenzitag (10. August) her. Gelegentlich wird auch angeführt, dass zu dieser Zeit – in den Hundstagen – die (relativ frühreifen) roten Weintrauben von der Sonne ebenso gebraten werden wie der Legende nach der namensgebende Märtyrer auf dem Grillrost. Dass die Gemeinde Saint-Laurent im Médoc etwas mit der Namensgebung zu tun hat, wird für eher unwahrscheinlich gehalten, da die Sorte in Frankreich nicht vorkommt.

Synonyme: Saint-Laurent, Pinot Saint Laurent, Laurenzitraube

mittlere Lageansprüche, keine steinigen und flachgründigen Lagen, maifrostgefährdet, etwas anfällig gegen Peronospora und Oidium, blühempfindlich, in staunassen Lagen chloroseempfindlich. Erträge 70-80 hl/ha, Mostgewicht über Portugieser. Die meist gute Holzreife bedingt eine gute Winterfrostfestigkeit.

Schwäche des Saint Laurent ist die Fäulnisanfälligkeit durch das Abdrücken der Beeren. Am Besten hat sich daher die Traubenhalbierung bei dieser Sorte bewährt, die gleichzeitig das zu hohe Ertragsniveau der derzeitigen Klone "normalisiert".

Qualitativ über Portugieser stehend, tiefrot, samtig, bei ungünstiger Lage Tendenz zu hohem Säuregehalt. Deutliches Schwarzkirscharoma und Waldbeerenaroma. Gute Eignung auch für den Barriqueausbau. Eine nicht ganz einfache aber wegen der schönen Weine "wiederbelebte" traditionsreiche Ergänzungssorte.

Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18. 

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-x.

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