Syrah / Shiraz

Dureza x Mondeuse Blanche

Aufgrund von DNA-Analysen der University of California in Davis aus dem Jahr 1998 konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Syrah eine Kreuzung der alten französischen Sorten Dureza und Mondeuse Blanche ist und daher mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Tal der Rhône stammt.

Gemäß einer Untersuchung zweier Genetiker am Forschungszentrum IASMA in San Michele all´Adige in Italien ist die Syrah mit weiteren mitteleuropäischen Rebsorten verwandt, höchstwahrscheinlich sogar ein Urenkel des Pinot Noir. Zusätzliche Verwandtschaftsbeziehungen bestehen auf die andere Seite der Alpen, nämlich in die Region Südtirol/Trentino mit ihren Sorten Lagrein, Marzemino und Teroldego. Nach Meinung der beiden Forscher wird es allerdings kaum möglich sein, den Stammbaum der europäischen Rebsorten jemals vollständig zu rekonstruieren, da viele davon ausgestorben sind.

Die Herkunft der Traube steht weder in einem Zusammenhang mit der gleichnamigen persischen Stadt Schiraz, noch ist sie römischen Ursprungs.

Synonyme: Shiraz

Da der Syrah spät austreibt, ist er recht unempfindlich gegen Spätfröste. Kalte, nasse Witterung in der Blütezeit führt jedoch zu empfindlichen Ertragseinbußen. Normalerweise führen seine kleinbeerigen, aber reichlich vorhandenen Trauben zu zufriedenstellenden Erträgen. Problematisch ist aber das Reifeverhalten. Bei ungünstiger Witterung (zu wenig Sonne) reift er nicht ganz aus; dies führt wegen des außerordentlich hohen Tanningehaltes zu einem wenig erfreulichen Geschmack, der oft mit grün, unreif oder uncharmant beschrieben wird. Bei voller Sonne zur Reifezeit kippt er sehr schnell von der Reife zur Überreife, verliert seine Säure und sein reichfruchtiges Aroma.

So erklärt es sich, dass der Syrah (bei perfekter Reife für Weinkenner einer der größten Weine der Welt) als so problematisch galt, dass seine Rebfläche in Frankreich auf zwischenzeitlich nur gut 3.000 ha zurückging. Die inzwischen erreichten Preise haben aber wieder zu einem Anstieg auf über 50.000 ha geführt. Weltweit sind ca. 105.000 ha Rebfläche mit der Sorte bestockt.

Syrah-Weine haben meist ein kräftiges Johannisbeer-Aroma. Die Rebe liefert bei normaler Maischegärung einen dunkelfarbigen Wein mit hohem Tanningehalt, der zur Minderung der Adstringenz einer langen Flaschenreife bedarf.

Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-0123633-18

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