Chardonnay

Die Triebspitze ist offen. Sie ist weißlich hellgrün behaart, mit karminrotem Anflug. Die gelbgrünen Jungblätter sind anfangs spinnwebig behaart um danach fast unbehaart zu sein. Die mittelgroßen kräftiggrünen Blätter sind rundlich, meist ganz oder schwach dreilappig. Nur die Blätter der Geiztriebe sind tief gebuchtet. Die Stielbucht ist lyrenförmig offen und wird in 95 Prozent der Fälle durch Blattnerven begrenzt. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelgroß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist nur leicht blasig. Die walzenförmige Traube ist selten geschultert, klein bis mittelgroß und dichtbeerig (lockerbeeriger als Pinot Blanc). Die rundlichen bis ovalen Beeren sind klein bis mittelgroß und von grüngelber bis bernsteingelber Farbe. Die Schale der Beere ist dünnhäutig bis mittelstark.

Kreuzung aus Pinot × Gouais Blanc (= Heunisch)

Die weiße Rebsorte zählt den ganz großen der Welt. Jüngste DNA-Analysen haben ergeben, dass sie eine Kreuzung zwischen Pinot und Weißer Heunisch ist. Weltweit liegt er in der Rangliste der meist angebauten Rebsorten auf Platz 7 (bezogen auf Erhebungen aus dem Jahr 2001). An das Klima stellt er wenig Ansprüche, sein Anbau ist nicht auf die gemäßigten Bedingungen seiner burgundischen Heimat angewiesen. Der frühe Austrieb macht ihn allerdings für Spätfröste anfällig. Dafür ist er allerdings auch im Herbst früh reif. Er bevorzugt kalkhaltige Böden.
Es gibt zahlreiche, zum Teil stark abweichende Spielarten, in Frankreich sind über 30 Klone offiziell anerkannt. Eine seltene Variante mit hellroten Beeren ist Chardonnay Rosa (Die Rebenveredlung Antes hat hiervon die erste Vermehrungsanlage in Deutschland gepflanzt. Eine andere nennt sich Chardonnay Blanc Musqué. Der Ursprung des Namens ist nicht klar, der im burgundischen Mâconnais liegende Ort Chardonnay gibt Anlass zur Vermutung, dass die Rebe von hier stammt. Früher wurde als Ursprung auch der Nahe Osten vermutet. Die römisch-katholischen Benediktiner und Zisterzienser-Orden sorgten für die Verbreitung der Sorte in ganz Europa. Da auch die Sorte Auxerrois die gleichen Eltern wie der Chardonnay hat, werden die Sorten oft verwechselt und in Frankreich auch oft gemeinsam im Weinberg angebaut.

Drei Viertel der französischen Chardonnay-Bestände befinden sich in den Weinbau-Regionen Champagne und Burgund. Alle großen burgundischen Weißweine werden aus dieser Sorte erzeugt, zum Beispiel in den berühmten Appellationen Chablis, Mersault und Montarchet. Ebenso werden alle als „Blanc de Blancs“ gekelterten Champagner aus Chardonnay produziert und in den Champagner-Cuvées ist dies die wichtigste Rebsorte neben den roten Sorten Pinot Noir (Blauburgunder) und Pinot Meunier (Müllerrebe).

Chardonnay wird in allen europäischen Ländern, in Australien, Neuseeland, in Süd- und Nordamerika angebaut. Insgesamt sind es rund 180.000 Hektar Rebfläche. In Deutschland wurde Chardonnay erst 1991 zugelassen.

Mittlere bis hohe Lageansprüche, Riesling-Lagen sind Voraussetzung, tiefgründige, warme und kalkhaltige Böden sind am besten geeignet, gute Holzreife und gute Winterfrostfestigkeit, früher Austrieb. Die Geiztriebbildung ist eher stark. Insgesamt etwas höherer Botrytisbefall, dadurch geht der Sortencharakter verloren. Ansonsten keine besondere Pilzanfälligkeit, meist geringere Erträge als Burgunder dann auch höhere Mostgewichte. Bei manchen ertragsstarken Klonen ist eine Mengenregulierung erforderlich.

Auch unter verschiedensten Klimabedingungen ist die Sorte ertragssicher, einziger Nachteil ist der frühe Austrieb.

Bei Unreife dünn und grasig, bei voller Reife wuchtig und voluminös, Frucht ähnlich reifender Äpfel, ein Weißwein von guter Lagerfähigkeit, international bedeutend. Hochwertige Weine sind bestens geeignet für den Barriqueausbau. Bestimmte eher fruchtig frische Weine bestimmter Klone eignen sich auch gut für die Sektbereitung. Durch die Säure ist die Lagerfähigkeit der Weine sehr gut.

Im Gegensatz zur landläufigen in der Presse vielzitierten Meinung, dass "alle Chardonnays der Welt uniform und gleichförmig" seien, hat der Winzer gerade bei dieser Rebsorte eine sehr große Auswahl von Klonen verschiedener Ausprägung, die es ihm gestatten, je nach Produktionsziel die unterschiedlichsten Weintypen in einer ungewöhnlich großen Bandbreite zu erzeugen. Wir beraten Sie gerne und zeigen Ihnen bei unseren Rebsortentagen die Typen..

Alle Klone bewährten sich unabhängig von den Böden auf den Unterlagen 5 BB, 125 AA und SO4. Je nach gewünschtem Geschmackstyp des Weines sollten die "Neutral-Klone" (z:b. FR 150, FR 151) und die "Duft-Klone" (z.B. FR 155, FR 156) in einem bestimmten Verhältnis gepflanzt werden. Allerdings nicht als unkontrolliertes Klonengemisch, sonders in gezielter zeilenweiser Pflanzung. Es muss schon aus lesetechnischen Gründen sichergestellt sein, dass man weiß, wo welcher Klon steht. Außerdem ist so ein unterschiedlicher Lesetermin möglich, falls der Gesundheitszustand eines Klons dies erfordert.

 

 

Klone aus Geisenheim für Chardonnay-Sekte (Champagne-Typ) (säurebetont:)

 

Chardonnay Gm1 Champagne

1 Gm

Chardonnay Gm 2 Champagne

2 Gm

Chardonnay Gm 3 Champagne

3 Gm

(niedriges Ertragsniveau, Bourgogne-Typ Qualitätsklone)

Chardonnay Gm 50

50 Gm

Chardonnay Gm 51 Bourgogne

51 Gm

Chardonnay Gm 52 Bourgogne

52 Gm

Chardonnay Gm 53

53 Gm

Chardonnay Gm 54

54 Gm

Chardonnay Gm 57 Bourgogne

57 Gm

 

 

 

Freiburger Klone

Chardonnay Fr 150

Fr 150

Chardonnay Fr 151

Fr 151

Chardonnay Fr 155

Fr 155

 

Chardonnay Fr 155 Fr 155 neuer intensiver Duftklon!

 

bekannte recht häufig verbreitete "Dreher"-Klone: (Abstammung ursprünglich aus Frankreich, dann in Deutschland weiterbearbeitet)

sortiert nach Ertragsgruppen

(A) -Gruppe D 276

Chardonnay D 258

D 258

  (Ertrag niedrig, Duft intensiver)
(B) -Gruppe D 278

Chardonnay D 263

D 263

D 264 D 269   (Ertrag mittel, Typ neutral)
  D 174 D 261 D 259 D 253
(C) -Gruppe D 271 D 250 D 260 (Ertrag eher hoch, neutraler Typ)

Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-0123633-18

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff, Taschenbuch der Rebsorten, Fachverlag Fraund, Mainz 13. Auflage 2003 ISBN 3-921156-53-x

Thoma, K.; 2000: Werdegang der Freiburger Chardonnay-Klone. Der Badische Winzer H3, 35-38.
- Thoma, K.; 2000: Ergebnisse von Chardonnay-Klonen. Der Badische Winzer H7, 31-34.

Please publish modules in offcanvas position.