Acolon

Blauer Limberger (=Blaufränkisch) x Dornfelder

gekreuzt 1971 an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg. Sie erhielt 2002 vom Bundessortenamt die Zulassung und den Sortenschutz.

Synonyme: Zuchtnummer: We 71-816-102

Triebspitze grün, vereinzelt Wollbehaarung; Blätter mittel bis groß, 3-(5)-lappig, glatte Oberfläche, konkave bis gradlinige Zahnung, leicht überlappende Stielbucht; Traube mittel bis groß, mittlere Beerendichte; Beere mittelgroß, kurzoval, blauschwarz, mittlere Fruchtfleischfärbung, neutraler bis fruchtiger Geschmack.

Lageansprüche mittel, Wuchs kräftig, aufrechte Triebhaltung, wenige Geiztriebe, sehr gute Holzreife, keine besondere Krankheitsanfälligkeit; Beerenfärbung (sehr) früh, Beerenreife früh; konstante gute Ertragsleistung bei beachtlichem Mostgewicht, nicht selten 100° Oechsle.

Die weinbaulichen Eigenschaften des Acolon werden als limbergerähnlich eingestuft. Der Austrieb ist jedoch später, die Reife dagegen früher als bei Limberger. Die Beerenreife ist höher und die Holzreife deutlich besser. Die Blütefestigkeit ist hoch. Die Trauben sind lockerbeerig und die Krankheitsanfälligkeit ist geringer wie bei Limberger. Er beansprucht gute Müller-Thurgau bis Silvaner-Lagen. Die Einfärbung der Beeren erfolgt deutlich früher wie bei Dornfelder. Diesem sollte er auf Grund besserer Reife und Frosthärte in kritischen Standorten vorgezogen werden.

Die Weine sind lebendiger und fruchtiger als bei Dornfelder und diesem häufig überlegen. Farbkräftig mit dezenter Gerbstoffnote, Bukett duftig, feine Fruchtaromen gepaart mit Reife, Struktur und Nachhaltigkeit, langjährig 25,8 g/l zuckerfreier Extrakt, insgesamt traditioneller Charakter, auch Cuvée-Partner.

Hill, B.; 1992: Interessante Rotwein-Neuzuchten. Weinwirtschaft Anbau H8, 16-23.

LVWO-Homepage: Veröffentlichungen, Rebsorten/Züchtung.

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. Fachverlag Fraund, Mainz 13. Auflage 1993, ISBN 3-921156-53-X

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