Blauburger

Blauer Portugieser x Blaufränkisch

Kreuzung aus Blauem Portugieser und Blaufränkisch an der Höheren Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg von Fritz Zweigelt ab 1923 gezüchtet wurde. Der Name dieser roten Rebsorte führt manchmal zur Verwirrung, aber sie hat nichts mit dem Blauen Burgunder (=Spätburgunder, Pinot Noir) zu tun.

Die Sorte ist hauptsächlich in Österreich verbreitet und belegt hier etwa 2% der Rebflächen. In  Deutschland wird der Blauburger nur versuchsweise angebaut.

Trotz des geringeren Ertrages des Blauburgers hat sich die bekanntere Schwestersorte “Blauer Zweigelt” auch in Deutschland stärker durchgesetzt.

Synonyme: Zuchtnummer Klosterneuburg 181- 2 oder Zweigeltrebe 181-2

Triebspitze grün, schwach bronziert, kahl; Blatt mittelgroß, 3-(5)-lappig, schwach wellig, Blattunterseite schwach borstig behaart, Blattrand stumpf gezähnt, Blattstiel rötlich, Stielbucht V-förmig leicht überlappt, Herbstverfärbung rot; Traube groß, kegelförmig mit leichter Schulter, dichtbeerig, kompakt, langer Traubenstiel; Beeren recht groß, rund, schwarzblau, bereift, feste Beerenhaut.

Für mittlere bis gute Lagen infolge hoher Wüchsigkeit, geringere Bodenansprüche, verträgt auch kalkhaltige Böden; gegen Peronospora weniger empfindlich, etwas mehr gegen Oidium und Stiellähme, bei guter Durchlüftung der Traubenzone recht botrytisfest, Winterfrostfestigkeit mittel; ertragsstabile Sorte (80-100 hl/ha) mit relativ früher Reife (75°-90° Oechsle, 7,5-10 g/l Säure), Ernte kann hinausgezögert werden.

Kräftiger , aufrechter Wuchs, mittelgroße, wenig geschulterte Trauben, geringerer Ertrag als Blauer Zweigelt und weniger botrytisanfällig. Geringe Bodenansprüche bei mittleren Lageansprüchen. Wegen des kräftigen Wuchs bevorzugt auf der Unterlage SO4 zu veredeln.

Der Blauburger ist farbkräftig, extraktreich, dicht, mit guter Sortenfrucht, Typisch der Beerenfrüchtecharakter. Er ist  auch für Barriqueausbau und wegen der Farbintensität zum Verschnitt geeignet.

Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages Hachette Livre, 1. Auflage 2000 ISBN 2-0123633-18

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