Orion (pilztolerant)

Optima x Seyve Villard 12-375

Züchter: Prof. Dr. h.c. G Alleweldt im Jahre 1964 am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen.

Synonyme: Zuchtnummer Gf Ga-58-30 oder Geilweilerhof GA-58-30

Der Sortenname Orion leitet sich vom riesenhaften Jäger in der griechischen Mythologie ab, der von der Göttin Artemis mit Pfeilen erlegt und als Sternbild an den Himmel versetzt wurde.

Die Resistenz gegenüber Peronospora ist gut. In Jahren mit besonders hohem Peronosporadruck kann es an des Geiztrieben zu Spätinfektionen kommen, die jedoch abgekapselt werden und nur sehr schwach sporulieren. Eine Behandlung ist nicht notwendig. Die Oidiumresistenz ist in der Regel ebenfalls ausreichend. Eine evtl. Behandlung mit z.B. Schwefel ist lediglich in Jahren mit hohem Oidiumdruck, bzw. in ausgesprochenen Oidiumlagen notwendig. Die Botrytisfestigkeit ist hoch, bei fortgeschrittener Reife kann es jedoch zu Edelfäule kommen. Die Reblausfertigkeit des Blattes entspricht der unserer Vinifera-Sorten, d.h. es werden keine Blattgallen gebildet. Wegen der nicht ausreichender Resistenz der Wurzel gegenüber der Reblaus ist die Propfung auf reblausfeste Unterlagen notwendig.

Der Austrieb ist mittelfrüh, die Geiztriebbildung ist trotz guter Wüchsigkeit gering. Die halb hängende Triebhaltung erfordert in Abhängigkeit von der Erziehungsart u.U. etwas mehr Laubarbeit. Der Blütezeitpunkt liegt wenige Tage vor dem Rivaner. Die Blühfestigkeit ist mittel bis hoch. Die Beerenreife erfolgt mit dem Rivaner.

Die Holzreife ist gut, die Winterfrostfestigkeit ist vor allem im basalen Teil des Triebes sehr hoch, mit dem Riesling vergleichbar bzw. diesen übertreffend.

Ertrag und Qualität: Der Ertrag erreicht durchschnittlich 140 - 150 kg/ar. Das Mostgewicht beträgt im Mittel 75° Oechsle, bei ca. 8 - 9 g/l Säure.

Anbauempfehlung: Die Rebsorte Orion eignet sich in erster Linie für Rivaner Lagen. Aufgrund ihrer Winterfrostfestigkeit kann sie auch in Randlagen befriedigende Erträge und Qualitäten produzieren. In tiefgründigen Böden ist eine schwachwachsende Unterlage vorzuziehen, ansonsten 5BB. Der Anschnitt sollte 8 - 10 Augen/m2 nicht überschreiten

Der Wein ist körperreich, fruchtig mit frischer angenehmer Säure und ähnelt vielfach dem Rivaner. Nach bisherigen Erfahrungen neigen die Weine zu einer etwas rascheren Alterung. Eine allzu lange Lagerung sollte daher vermieden werden.

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. Fachverlag Fraund, Mainz 13. Auflage 2003 ISBN 3-921156-53-x

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