Siegerrebe

Madeleine Angevine x Gewürztraminer

Die Siegerrebe entstand aus einer Kreuzung zwischen Madeleine Angevine und Gewürztraminer aus dem Jahr 1929. Züchter ist der an der Alzeyer Landesanstalt für Rebenzüchtung tätige Dr. Georg Scheu (bekannt durch die nach ihm benannte Scheurebe). 1958 wurde der Sortenschutz erteilt und sie wurde in die Sortenliste eingetragen. Laut seines Sohnes Heinz Scheu sei die Sorte jedoch aus einer frei abgeblühten Mutterpflanze der Sorte Madeleine Angevine entstanden.

Die Siegerrebe wird auch in Ländern späterem Klima eingesetzt. Die Siegerrebe ist somit auch in Belgien und England, Dänemark oder Schweden vertreten.

Die Siegerrebe diente außerdem als Grundlage für weitere Neuzüchtungen, wie zum Beispiel Ortega, Muscabona, Rosetta, Sissi, Tamara und Tekla.

Synonyme: Zuchtnummer Az 7957, Sieger

Triebspitze dichtwollig-filzig, weißlich-gelbgrün mit rötlichem Anflug, Blatt eher klein, 3-(5) lappig, Oberfläche blasig, Blattrand gezähnt, Traube mittelgroß, breit geschultert, lockerbeerig, Beere mehr groß, rund, rosa bis rot, sehr starkes Muskataroma.

Keine hohen Lageansprüche, geringe Chlorosefestigkeit, Neigung zur Verrieselung, mittlere Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten, spätfrostgefährdet aufgrund frühen Austriebs, Ertragsniveau niedrig, hohes Mostgewicht (ca. 15 Grad Öchsle mehr als Standardsorten), aber große Gefahr von Wespenfraß.

Die Erträge liegen bei Werten von 40 - 80 Hektoliter/Hektar und sind somit moderat hoch.

Extrem "lautes" intensives Sortenbukett mit sehr starkem Muskatton, hochreife Weine, alkoholreich, extraktreich. Gelbgrün bis goldgelb. Spezialität. Er verfügt über eine moderat kräftige Säure, die meist um 2 - 3 Promille unter den Werten des Müller-Thurgau liegt. Vor allem wird aber Federweißer aus der früh reifenden Rebsortehergestellt.

Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18. 

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-x.

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