Saint Laurent / Sankt Laurent

VIVC10470 SAINT LAURENT Cluster in the field 17259

VIVC10470 SAINT LAURENT Cluster in the field 17387

Fotos: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY

  • Saint Laurent ANT 0919
  • Blattunterseite Saint Laurent
  • 06170020SaintLaurentBluete
  • Saint Laurent ANT 0440
  • 06170024SaintLaurentBluete
  • Saint Laurent ANT 0446
  • Saint Laurent ANT 0458
  • Saint Laurent ANT 0918
  • Saint Laurent ANT 0465
  • Saint Laurent ANT 0921
  • 06170021SaintLaurentBluete
  • Saint Laurent ANT 0920
  • Saint Laurent ANT 0466
  • Saint Laurent ANT 0441
  • Saint Laurent ANT 0438
  • Saint Laurent ANT 0449
  • Saint Laurent ANT 0915
  • Saint Laurent Beere Botrytis beginnt
  • 06170019SaintLaurentBluete
  • Saint Laurent ANT 0923
  • Saint Laurent ANT 0436
  • Saint Laurent ANT 0425
  • Saint Laurent ANT 0452
  • Saint Laurent ANT 0917
  • Blatt Saint Laurent nah 2
  • Saint Laurent Blatt
  • Saint Laurent ANT 0462
  • Saint Laurent ANT 0448
  • Saint Laurent ANT 0924
  • Blatt Saint Laurent nah
  • Saint Laurent ANT 0442
  • Saint Laurent ANT 0926
  • Saint Laurent ANT 0455
  • Saint Laurent ANT 0426
  • Beerenoberfläche Saint Laurent
  • Saint Laurent Blatt ANT 0463
  • Saint Laurent ANT 0450
  • Saint Laurent ANT 0444
  • Saint Laurent ANT 0447
  • Saint Laurent ANT 0454
  • Saint Laurent ANT 0445
  • Saint Laurent ANT 0461

Pinot-Abkömmling

Der St. Laurent wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch den deutschen Apotheker und Weinbaupionier Johann Philipp Bronner aus Frankreich nach Deutschland eingeführt. Von dort aus verbreitete sich die Rebsorte in die Nachbarländer, wo sie in Österreich noch relativ häufig vorkommt. Auch auf dem Gebiet der Tschechischen Republik und der Slowakei hat sich die Sorte als einer der beliebtesten Rotweine erhalten.

Die Rebsorte war lange Zeit Bestandteil des gemischten Satzes im Weinbau, in Deutschland aber seit den 1950er Jahren nahezu ausgestorben. Die restliche Rebfläche soll gerade noch 27 Hektar betragen haben. Mit der Renaissance des Rotweins hierzulande gegen Ende des 20. Jahrhunderts kam auch diese alte Sorte zu neuen Ehren. In Deutschland waren im Jahr 2007 wieder 675 Hektar bestockt.

Qualitätsmäßig liegt der St. Laurent zwischen dem anspruchslosen Portugieser und dem hochwertigen Spätburgunder oder Pinot noir, von dem er vermutlich teilweise abstammt.

Der Name rührt möglicherweise von der Essreife der ersten Beeren um den Laurenzitag (10. August) her. Gelegentlich wird auch angeführt, dass zu dieser Zeit – in den Hundstagen – die (relativ frühreifen) roten Weintrauben von der Sonne ebenso gebraten werden wie der Legende nach der namensgebende Märtyrer auf dem Grillrost. Dass die Gemeinde Saint-Laurent im Médoc etwas mit der Namensgebung zu tun hat, wird für eher unwahrscheinlich gehalten, da die Sorte in Frankreich nicht vorkommt.

Synonyme: Saint-Laurent, Pinot Saint Laurent, Laurenzitraube

gelbgrüne, stark weißfilzige Triebspitze, Blatt mittelgroß, 5 lappig, matt dunkelgrün, unterseits leicht flaumig-wollig, Traube mittel bis groß, dichtbeerig, meist kegelförmig, Beere oval, dicke schwarzblaue Beerenhaut, kräftige Beerensaftfarbe. Reife mittelspät, etwa 10 Tage vor blauem Spätburgunder.

VIVC10470 SAINT LAURENT Mature leaf 10402
Foto: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
 

mittlere Lageansprüche, keine steinigen und flachgründigen Lagen, maifrostgefährdet, etwas anfällig gegen Peronospora und Oidium, blühempfindlich, in staunassen Lagen chloroseempfindlich. Erträge 70-80 hl/ha, Mostgewicht über Portugieser. Die meist gute Holzreife bedingt eine gute Winterfrostfestigkeit.

Schwäche des Saint Laurent ist die Fäulnisanfälligkeit durch das Abdrücken der Beeren. Am Besten hat sich daher die Traubenhalbierung bei dieser Sorte bewährt, die gleichzeitig das zu hohe Ertragsniveau der derzeitigen Klone "normalisiert".

Qualitativ über Portugieser stehend, tiefrot, samtig, bei ungünstiger Lage Tendenz zu hohem Säuregehalt. Deutliches Schwarzkirscharoma und Waldbeerenaroma. Gute Eignung auch für den Barriqueausbau. Eine nicht ganz einfache aber wegen der schönen Weine "wiederbelebte" traditionsreiche Ergänzungssorte.

Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18. 

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-x.

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