Scheurebe

VIVC10818 SCHEUREBE Cluster in the field 17264

Foto: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY

  • Scheurebe ANT 0424
  • Scheurebe ANT 0411
  • Scheurebe ANT 0410
  • Scheurebe ANT 1043
  • Scheurebe ANT 0419
  • Scheurebe ANT 0408
  • Scheurebe ANT 1054
  • Scheurebe ANT 0519
  • Scheurebe ANT 0521
  • Scheurebe ANT 1053
  • Morgentau an Scheurebe 3
  • Morgentau an Scheurebe 6
  • Scheurebe ANT 0412
  • Scheurebe ANT 1047
  • Morgentau an Scheurebe
  • Scheurebe ANT 1041
  • Scheurebe ANT 1044
  • Scheurebe ANT 1050
  • Morgentau an Scheurebe 9
  • Morgentau an Scheurebe 2
  • Morgentau an Scheurebe 4
  • Scheurebe ANT 0421
  • Scheurebe ANT 1045
  • Morgentau an Scheurebe 7
  • Scheurebe ANT 1049
  • Scheurebe ANT 1055
  • Morgentau an Scheurebe 5
  • Scheurebe ANT 0407
  • Scheurebe ANT 0409
  • Scheurebe ANT 0414
  • Scheurebe ANT 0420
  • Scheurebe ANT 0417

Die Scheurebe ist eine Kreuzung von Riesling × Bukettraube

Die ursprünglichen Angaben von Georg Scheu, es handele sich um eine Kreuzung von Riesling und Silvaner, konnten in der Zwischenzeit durch DNA-Analyse widerlegt werden. 

Es handelte sich dabei um seinem 88. Sämling einer Kreuzungsserie im Jahre 1916. Ehe der Verdienst des Züchters Georg Scheu an der Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzeyin der Sortenbezeichnung verewigt wurde, nannte man bis Ende 1945 die Neuzüchtung  "Dr.-Wagner-Rebe", danach "S 88" oder "Sämling". Heute ist das DLR Rheinpfalz (früher die Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey als ehemalige Wirkungsstätte von Georg Scheu) - nach Ablauf des Sortenschutzes bei der jetzt „freien“ Sorte Scheurebe als Erhaltungszüchter beim Bundessortenamt eingetragen. Der Sortenschutz wurde im Jahre 1956 erteilt. Neben dem Müller-Thurgau ist sie eine der ältesten und erfolgreichsten deutschen Neuzüchtungen.

In Österreich, wo sie unter dem Namen "Sämling 88" angebaut wird, ist die Sorte flächenmäßig praktisch bedeutungslos, allerdings werden daraus einige der herausragenden edelsüßen Weine rund um den Neusiedler See und in der Südsteiermark gewonnen. Vor allem die Sämling-88-Trockenbeerenauslesen wurden weltweit immer wieder bei Weinwettbewerben ausgezeichnet. An der Hessischen Bergstrasse hielt lange Jahre eine 1983 Scheurebe Trockenbeerenauslese aus unserem Weinbaubetrieb mit 241 Grad Oechsle den Mostgewichtsrekord unseres Anbaugebietes.

Die Hauptanbaufläche dieser sehr erfolgreichen Neuzüchtung liegt in Rheinhessen mit über 1000 ha. Seit einigen Jahren wird die Sorte auch im Süden Englands auf sehr kleinen Flächen mit Erfolg angebaut.

Synonyme: Sämling 88, Dr. Wagnerrebe

Triebspitze rotbraun oder grün, schwach behaart, Blatt mittelgroß, überwiegend 5 lappig, Rand gezähnt, Traube mittelgroß dichtbeerig, gedrungen, Beere rund, grüngelb, mit sortentypischem Bukett. Typisches Kennzeichen ist die häufige "Stielbuchtfahne" am Stielbuchtansatz. (Siehe Bild Klon AZ 2)

VIVC10818 SCHEUREBE Mature leaf 12888
Foto: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
 

VIVC10818 SCHEUREBE Shoot tip 224

Foto: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY

 

verlangt mindestens mittlere Lagen, ansonsten hohe Säure und unreife Art, auch noch für Kalk- und Mergelböden, weitgehend chlorosefest, auch für trockene Böden, insgesamt üppiger Wuchs, mittlere Winterfrostfestigkeit, Laub ist besonders frostfest, gegen Peronospora und Oidium anfällig, Erträge bis 100 hl/ha und mehr.

Die Scheurebe stellt an den Standort beinahe ebenso große Ansprüche wie Vater Riesling. Sie verträgt leidlich trockene, karge Böden, kommt gut mit Lößböden und mit kalkhaltigen Böden zurecht. Ihr Holz reift lange aus, die lange Assimilation des Blattwerks ermöglicht hochgradiges Lesegut. Die Traubenreife wird kurz vor dem Riesling erreicht, der Säureabbau in den mittelgroßen Beeren beginnt relativ spät.

Erst bei vollständiger Reife wird ein Wein mit subtilem und rassigem Aroma von schwarzen Johannisbeeren und Grapefruit erzeugt. Oft sind Süß- oder Dessertweine möglich. Häufig genannte Aromen sind auch Pampelmuse, tropische Früchte, Cassis, Pfirsich oder reife Birne. Das muskatartige Bukett eröffnet ein großes Potential besonders zu hochfeinen Weinen. Eigenständige Weine von der Scheurebe werden fast ausschließlich als Prädikatswein angeboten, wobei die Geschmacksrichtungen "lieblich" und "süß" bedeutender als bei anderen Rebsorten sind. Die Farbausprägung ist je nach Qualität blassgelb, strohgelb oder intensiv goldgelb. Zarte Kabinettweine und mittelkräftige Spätlesen zeichnen sich durch ein betontes Sortenbukett und eine harmonische Verbindung von anregender Säure und feinfruchtiger Süße aus. Die edelsüßen Varianten zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus und zeigen nach vielen Jahren ein beeindruckendes Pfirsicharoma oder Rosenduft. Die Scheurebe ist als "deutscher Sauvignon blanc" auch ein beliebter Cuveépartner zu eben dieser Sorte und nimmt daher in den Anpflanzungen wieder zu.

JF 22

Scheurebe JF 22

JF 55

Scheurebe JF 55

JF 66

Scheurebe JF 66

   

Az 1

Scheurebe Az 1

Az 2

Scheurebe Az 2

     

Bu 50

Scheurebe Bu 50

Bu 60

Scheurebe Bu 60

     

Opp 6

Scheurebe Opp 6

       

W 100

Scheurebe W 100

W 106

W 109

Scheurebe W 109

W 116 W 127

Die JF Klone haben die größte "Bandbreite" von qualitätsorientiert bis mengenorientiert. (Siehe Tabelle)

Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten, Mainz: Fachverlag Fraund 13. Auflage 2003, ISBN 3-921156-53-x

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