Goldmuskateller

VIVC8056 MOSCATO GIALLO Cluster in the field 3432

VIVC8056 MOSCATO GIALLO Cluster in the field 3433

VIVC8056 MOSCATO GIALLO Cluster in the field 17145

Fotos: Doris Schneider, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY

  • Goldmuskateller ANT 9583
  • Goldmuskateller ANT 9548
  • Goldmuskateller ANT 9575
  • Goldmuskateller ANT 9578
  • Goldmuskateller ANT 9579
  • Goldmuskateller ANT 9566
  • Goldmuskateller ANT 9555
  • Goldmuskateller ANT 9560
  • Goldmuskateller ANT 9546
  • Goldmuskateller ANT 9553
  • Goldmuskateller ANT 9554
  • Goldmuskateller ANT 9557
  • Goldmuskateller ANT 9565
  • Goldmuskateller ANT 9571
  • Goldmuskateller ANT 9549
  • Goldmuskateller ANT 9576
  • Goldmuskateller ANT 9552
  • Goldmuskateller ANT 9569
  • Goldmuskateller ANT 9563
  • Goldmuskateller ANT 9558
  • Goldmuskateller ANT 9559
  • Goldmuskateller ANT 9564
  • Goldmuskateller ANT 9561
  • Goldmuskateller ANT 9550
  • Goldmuskateller ANT 9582
  • Goldmuskateller ANT 9556
  • Goldmuskateller ANT 9580
  • Goldmuskateller ANT 9572
  • Goldmuskateller ANT 9547
  • Goldmuskateller ANT 9551
  • Goldmuskateller ANT 9581
  • Goldmuskateller ANT 9567
  • Goldmuskateller ANT 9562
  • Goldmuskateller ANT 9568
  • Goldmuskateller ANT 9570

Seit dem 20. Februar 2017 sind die Rebsorten Goldmuskateller und Rosenmuskateller vom Bundessortenamt saatgutrechtlich zugelassen. Damit werden diese Sorten auch in den meisten Anbaugebieten für die Herstellung von Qualitätswein zugelassen. Für ihren Anbau ist kein Versuchsantrag mehr zu stellen und die Pflanzfläche ist nicht mehr begrenzt. Für Betriebe, die diese Rebsorten im Rahmen eines Anbaueignungsversuchs gepflanzt haben, entfallen ab dem Erntejahr 2017 alle mit der Versuchsgenehmigung verbundenen Auflagen.

Die Weißweinsorte Moscato Giallo o. auch Goldmuskateller ist eine autochthone Sorte Italiens. Es könnte sich dabei um die früher bekannte Sorte Moscato Sirio handeln. Sie ist eine der zahlreichen Reben, die zur großen Familie der Muskateller zählen. Ihr Anbau ist in den Provinzen Bozen und Trento empfohlen. Gut möglich, dass schon die Römer den Goldmuskateller nach Südtirol brachten, als sie 15 v.Chr. in die Täler vorstießen, die damals zum antiken Rätien gehörten. Gemäß im Jahre 2001 erfolgten DNA-Analysen ist Muscat Blanc ein Elter, der zweite ist aber unbekannt. Heute wird die Sorte in warmen Lagen des Etschtals zwischen Salurn und Meran kultiviert. Zugelassen ist sie darüber hinaus in den Provinzen Padua, Verona, Görz, Pordenone und Udine sowie der Metropolitanstadt Palermo. Im Jahr 1999 betrug die bestockte Rebfläche ca. 265 Hektar. In Deutschland war die Sorte zunächst nur als Versuchspflanzung erlaubt. Am 20.2.2017 wurde sie vom Bundessortenamt zugelassen. Die Fläche betrug vorerst wenige Hektar, die jedoch erheblich ansteigende Tendenz haben u.a. an der Hessischen Bergstrasse. Die gewonnenen Qualitäten sind vielversprechend, so dass einige Betriebe dem Goldmuskateller in Zukunft gute Chancen einräumen. Synonyme: Moscatel, Moscato, Moscato Sirio und (jedoch irrtümlich) Moscato Fior d’Arancio (siehe diesbezüglich die Sorte Muscat fleur d’oranger).

 

Die Sorte ist sehr wuchskräftig. Die Traube ist länglich und hat große runde Beeren, die locker zusammenhängen. Die Farbe der Beeren erinnert an den daraus entstehenden Wein, sie ist goldgelb glänzend. Der Goldmuskateller ist als Traube schon ein Genuss, seine Süße ist legendär, sein Geschmack und Geruch nach Muskatnuss bekannt.

VIVC8056 MOSCATO GIALLO Shoot tip 7402
Foto: Doris Schneider, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
 

VIVC8056 MOSCATO GIALLO Shoot tip 7403
Foto: Doris Schneider, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
 

VIVC8056 MOSCATO GIALLO Mature leaf 4302
Foto: Doris Schneider, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
 

Die spätreifende Sorte ist anfällig gegen die Chlorose und Schwarzfleckenkrankheit. Dagegen erweist sich Goldmuskateller im Vergleich zum Gelben Muskateller als etwas fäulnisfester, da die Traube lockerbeerig und die Beerenhaut dickschalig ist. Die umfangreiche Klonselektion der letzten Jahre hat zur Zulassung von mehreren Klonen geführt. Das Ertragsniveau ist meist hoch.

 

Vom Geschmacksbild besitzt die Sorte eine ausgeprägte fruchtige Muskatnote nahezu identisch dem Gelben Muskateller aber bei einer meist erfrischenden rassigen Säurestruktur. Die Weine werden sowohl trocken als auch mit Restsüsse ausgebaut. Mit seinem angenehmen Muskatduft und dem ausgeprägt süßen Geschmack ist der Goldmuskateller ein beliebter Dessertwein und ein perfekter Aperitifwein, wenn er trocken ausgebaut wird. Zur aromatischen Muskatnuss gesellen sich als Geschmack noch Zitrusfrüchte, Pfirsich, Zitronenmelisse und gebratene Äpfel hinzu.

Er ist auch ideal für Seccos oder Sekte geeignet.

Auf Grund der sehr späten Holzreife (deutlich nach Riesling) darf der Goldmuskateller in Deutschland nur in spät- und frühfrostfreie Lagen gepflanzt werden. Eine Ertragsregulierung wird empfohlen, da er zu sehr hohen Erträge neigt.

Quelle: Wine Grapes / J. Robinson, J. Harding, J. Vouillamoz / Penguin Books Ltd. 2012

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