Sauvitage (We 88-101-13) (pilztolerant)

Kreuzung von FR 147-66 x We 75-34-13
Die Sorte wurde in Weinsberg 1988 gekreuzt. (Zucht-Nr. 88.826). 1990 wurde die Population aus 1660 Sämlingen gepflanzt. We 88-101-13 vereint die Genetik von Sauvignon blanc, Riesling und
Grauburgunder mit den Resistenzeigenschaften amerikanischer sowie asiatischer Vitis-Herkünfte. Wie der Züchter angibt besitzt die Sorte eine hohe Frostfestigkeit.
1. Traubenernte: 12. Oktober 1992, 1. Anbau in der Praxis: 2008, Beim Bundessortenamt wurde am 9.10.2015 Sortenschutz und „Zulassung“ beantragt. Seit dem 28. April 2020 ist die die pilzwiderstandsfähige Rebsorte Sauvitage vom Bundessortenamt saatgutrechtlich zugelassen.
 
Der Name Sauvitage gibt laut dem LVWO Hinweise auf dessen Herkunft: zum einen besitzt diese neue Sorte genetisches Material von Sauvignon Blanc, zum anderen steckt in dem Namen das französische Wort für wild, nämlich „sauvage“. Hierdurch wird Bezug auf die Pilzwiderstandsfähigkeit von Sauvitage genommen.

Die pflegeleichte pilzwiderstandsfähige Sorte hat eine sehr hohe Peronosporafestigkeit, eine gute bis sehr gute Oidiumfestigkeit und ist lockerbeerig, daher auch botrytisfest. Der Lageanspruch ist mit demjenigen der Sorte Kerner im mittleren Bereich vergleichbar. Die Unterlagsrebsorte kann nach den bisherigen Erfahrungen entsprechend der Bodenart gewählt werden. Da die Sorte eine gute Wüchsigkeit besitzt, ist in der Regel keine starkwachsende Unterlage wie die 5 BB erforderlich. Die Sorte hat einen ausgeprägt senkrechten Wuchs und ist schwach rankend, was zu einer Zeitersparnis beim Rebschnitt führt.
 

Der Austriebszeitpunkt ist mittelfrüh, ebenso Blütezeitpunkt und die Beerenreife. Der Wuchs ist stark und aufrecht bei mittlerer Geiztriebbildung und sehr guter Holzreife. Die Blühfestigkeit (Verrieselungsneigung) ist mittel.
Der Ertrag ist mittel, das Mostgewicht hoch.
Die überwiegend lockeren Trauben haben mittelgroße Trauben mit meist mittelgroßen, zuweilen kleinen Beeren.

Elegante Weine, die die trendigen Eigenschaften der Elternsorten Sauvignon blanc, Grauburgunder und Riesling vereint. Ertrag und Mostgewicht liegen im Mittel etwas über Riesling. Dabei ist erstaunlich, dass Sauvitage auch beim Anschnitt höherer Erträge kaum Qualitätseinbußen verzeichnet. Dies kann nach Aussage des Züchters mit dem günstigen Beerenhaut-Fruchtfleisch-Verhältnis aufgrund der kleinen Beeren erklärt werden.

Das gesamte Weinpotenzial von Sauvitage ist bislang noch nicht vollständig greifbar, da den Praktikern in der Kellerwirtschaft noch vertiefende Erfahrungen mit der neuen Sorte fehlen. Allerdings ist dem Züchterteam um Dr. Jürgen Sturm bereits bekannt, dass die Bandbreite an Aromen und Stilistiken ähnlich vielfältig wie bei Sauvignon Blanc ist. Die Beschreibungen reichen demnach von frisch-fruchtig, über exotisch bis hin zu Stachelbeernoten.

Im Unterschied zu manchen Sauvignon Blanc-Typen zeige die Sorte jedoch keine grün-grasigen Geschmackskomponenten. Durch seine vielschichtige Aromatik verbinde Sauvitage Merkmale seiner Stammesväter Riesling, Sauvignon Blanc und Grauburgunder. Die angenehme Säurestruktur fügt sich mit dem Bukett zu einem harmonischen Gesamtbild, so die Weinsberger Forscher.

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