Petit Verdot

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Foto: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
 

Petit Verdot stammt aus Frankreich. Der Name (übersetzt: „Kleiner Grünling“) kommt von der hohe Säure wegen der sehr späten Reife. Die Sorte wurde erstmals 1736 gemeinsam mit der trotz Namensähnlichkeit sehr unterschiedlichen Gros Verdot erwähnt. Gemäß DNA-Analysen scheinen beide von Wildreben nahe der Pyrenäen abzustammen.
 
Seit Ende der 1980er-Jahre wird sie wieder mit steigender Tendenz angebaut. In Frankreich belegte sie 2010 862 Hektar vorwiegend im Bordeaux. Im Médoc ist sie eine der klassischen Reben im Bordeaux-Verschnitt und Bestandteil von ganz großen Rotweinen wie zum Beispiel Château Latour, Château Margaux und Château Palmer. Weitere Anbauflächen gab es im Jahre 2010 in Italien, in Spanien - wo sie in den 1990er-Jahren vom berühmten Weinbaupionier Marqués de Griñón eingeführt wurde (1.661 ha), in Portugal (139 ha) und in der Türkei (10 ha). Weitaus größere Verbreitung gab es im Jahre 2010 aber in Übersee. In Australien wurde sie bereits im Jahre 1832 vom Weinbaupionier James Busby (1802-1871) eingeführt. Sie belegte hier im Jahre 2010 insgesamt 1.223 Hektar Rebfläche. Weitere Länder sind Argentinien, Chile, Israel, Kanada, Myanmar = Burma, Neuseeland, Peru, Südafrika (648 ha), Uruguay, USA (853 ha). Die Sorte bedeckte im Jahre 2010 insgesamt 7.202 Hektar Rebfläche mit extrem steigender Tendenz. Gegenüber dem Jahre 2000 mit damals 1.481 Hektar ergab dies die fast fünffache Menge. Sie ist damit längst unter den Top 100 der weltweiten Rebsorten.

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Foto: Doris Schneider, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
 

Der spät reifende Petit Verdot ist empfindlich gegen Trockneheit, jedoch durch dickschalige Beeren zugleich widerstandsfähig gegen Botrytis. 

Petit Verdot ergibt farbkräftige, alkohol-, tannin- und säurereiche, würzige Rotweine mit Aromen nach Veilchen und hohem Lagerungspotential. Die früher im Bordeaux weit verbreitete Sorte war damals durch die späte Reife in Saint-Émilion und Pomerol ein Problem und wurde deshalb ab den 1960er-Jahren von vielen Weingütern aufgegeben. Der Klimawandel brachte auch für diese Sorte wiederum eine Wende.

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