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Resistenzgene der Rebe gegen die Rebenperonospora

RPV-Gene (Resistance to Plasmopara viticola) sind genetische Erbanlagen in Reben, die eine Resistenz gegen den Falschen Mehltau (Peronospora) vermitteln. Sie stammen meist aus asiatischen oder amerikanischen Wildreben und werden durch moderne Züchtung in klassische Rebsorten eingekreuzt, um den chemischen Pflanzenschutz im Weinbau zu reduzieren. 

Die Wissenschaft hat mittlerweile über 35 verschiedene RPV-Loci auf den Chromosomen der Rebe identifiziert. Die wichtigsten und am besten erforschten Vertreter sind: 

  • Rpv1: Ursprünglich stammt dieses Gen aus der Wildrebe Vitis vinifera subsp. sylvestris (Art Mukul). Es vermittelt eine mittelstarke Resistenz, wird aber in der Züchtung oft mit anderen Genen kombiniert.
Es ist zum Beispiel in den neueren pilztoleranten Sorten wie Calardis Royal (Gf 2004-043-0010)Calardis Soleil (Gf 2010-011-0048) oder Carillon (Fr 628-2005) enthalten und liegt auf dem Chromosom Nr. 12 der Rebe.
 
  • Rpv3 Gruppe (u.a. Rpv3.1, Rpv3.2, Rpv 3.3.): Dies sind die bisher am weitesten verbreiteten Gene, die aus Nordamerika an der vitis rupestris abstammen und auf dem Chromosom Nr 18 der Rebe liegen. Rpv 3.1 und 3.3. gelten als eher schwach in der Wirkung, Rpv 3.2 gilt als mittelstark und ist z.B. in den neuen Sorten Calardis blanc und Divico (IRAC 2091) enthalten. Es führt nach einer Infektion zu einem schnellen Absterben der befallenen Zellen (Nekrosen), wodurch sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann. Das schwächere Rpv 3.1. ist mit Abstand das häufigst verwendete Gen und in den meisten Sorten vertreten. In Deutschland ist es unter anderem in Regent und dessen vielen Kindern wie z.B. den meisten Blattner-Sorten aus der Schweiz. Da das Gen leider nur eine vergleichsweise schwache Wirkung hat, versuchen die Rebenzüchter weltweit es mit stärkeren Genen zu kombinieren (=Pyramidisierung) der Gene.
     
  • Rpv10: Stammt von der asiatischen Vitis amurensis ab und ist auf Chromosom Nr. 9 verankert. Es ist extrem wirksam und wurde daher von den Züchtern für die derzeit aktuellsten Kreuzungen verwendet. Dazu gehören unter anderem Sorten wie SolarisMuscaris, oder Calardis Soleil (Gf 2010-011-0048).. Es findet sich auch in vielen Sorten des französischen RESDUR-Programms. Das Gen löst eine starke Abwehrreaktion aus, noch bevor der Pilz im Gewebe Fuß fassen kann. 
  • Rpv 10.2:  Es ist ebenfalls auf Chromosom 9 daneben. Es findet sich z.B. in der Sorte Sauvitage.
 
 
  • Rpv12: Ein weiteres starkes Gen aus Vitis amurensis, das häufig in modernen Züchtungen genutzt wird, um Resistenzen zu verbreitern und die der "schwachen" Gene zu verbessern. Es ist auf Chromosom Nr. 14 der Rebe verankert. Es findet sich z.B. in Sauvignac und in zahlreichen Sorten des italienischen Züchters VCR.
Es gibt bisher rund 35 entdeckte Rpv-Gene, die aber bis auf Ausnahmen noch keinen verbreiten Eingang in die Rebenzüchtung gefunden haben. Ein wichtiges Zuchtziel ist die sogenannte Gen-Pyramidisierung

Da der Erreger Plasmopara viticola ein hohes Anpassungspotenzial besitzt, versuchen Züchter ( z. B. am Julius Kühn-Institut oder Agroscope) mehrere Rpv-Gene miteinander zu kombinieren, um die Gefahr zu verringern, dass resistente Krankheitsmutanten die einzelnen Resistenzen überwinden. 

Ausführliche und offizielle Informationen zur Genetik der Reben und aktuellen Züchtungserfolgen finden Sie unter anderem im Rebsorten-Katalog des Julius Kühn-Instituts sowie in den Forschungsberichten der Agroscope Rebenzüchtung.

Schadbilder der Peronospora externer Link zur HGU Geisenheim: Download als PDF

 

 

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