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Spätburgunder / Pinot nero / Pinot noir

VIVC9279 PINOT NOIR Cluster in the field 9048

VIVC9279 PINOT NOIR Cluster in the field 17199

VIVC9279 PINOT NOIR Cluster in the field 17200

Fotos: Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY

  • Spaetburgunder Gm 20-20 ANT 0627
  • Spaetburgunder ANT 0500
  • Spaetburgunder ANT 1103
  • Spaetburgunder Tau ANT 1006
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0506
  • Spaetburgunder ANT 0458
  • Spaetburgunder ANT 0951
  • SPb rotes Blatt gegenlicht b
  • Morgentau auf Spaetburgunderbeere 3
  • Spaetburgunder Blatt ANT 0686
  • Spaetburgunder ANT 1218
  • Spaetburgunder ANT 0952
  • Spaetburgunder Blatt ANT 1095
  • Spaetburgunder ANT 1215
  • Spaetburgunder Blatt ANT 1650
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0949
  • Spaetburgunder Blaetter 21
  • Spaetburgunder ANT 0685
  • Spaetburgunder Blatt ANT 1088
  • Spaetburgunderblatt 10
  • Spaetburgunder ANT 0472
  • Spaetburgunder ANT 0676
  • Spaetburgunder ANT 0604
  • Spaetburgunder Blatt ANT 1104
  • Spaetburgunder Morgentau ANT 1014
  • Spaetburgunder Blaetter 18
  • Spaetburgunder ANT 1098
  • Spaetburgunder ANT 0462
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0498
  • Spaetburgunder ANT 0501
  • Morgentau auf Spaetburgunderbeere 6
  • Spaetburgunder ANT 1097
  • Spaetburgunder ANT 1217
  • Spaetburgunder ANT 0468
  • Spaetburgunder ANT 0464
  • Spaetburgunder ANT 0470
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0687
  • Spaetburgunder ANT 1220
  • Spaetburgunder ANT 1102
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0504
  • Spaetburgunder ANT 0599
  • Spaetburgunder ANT 1648
  • Spaetburgunder ANT 0463
  • 10220015 Spaetburgunder Geiztrauben nah!
  • Spaetburgunder Blaetter 25
  • Spaetburgunder Blatt ANT 0471
  • Spaetburgunder ANT 1001
  • Spaetburgunder Gm 20-20 ANT 0628
  • Spaetburgunder Blatt ANT 1107
  • Spaetburgunder Blatt ANT 0683
  • Spaetburgunder ANT 0505
  • Morgentau auf Spaetburgunderbeere 2
  • Spaetburgunder Blatt ANT 1652
  • Spaetburgunder Blatt Gegenlicht 3
  • Spaetburgunder Tau ANT 1008
  • Spaetburgunder ANT 1224
  • Spaetburgunder ANT 1092
  • Spaetburgunder ANT 1227
  • Morgentau auf Spaetburgunderbeere 5
  • Spaetburgunder ANT 0469
  • Spaetburgunder ANT 0953
  • Spaetburgunder ANT 0675
  • Spaetburgunder Blaetter 24
  • Spaetburgunder Blatt ANT 1101
  • Spaetburgunder Tau ANT 1007
  • Spaetburgunder Geiztrauben ANT 1081
  • Morgentau auf Spaetburgunderbeere 4
  • Spaetburgunder Blaetter 22
  • Spaetburgunder Blaetter 20
  • Spaetburgunder Tau ANT 1005
  • Spaetburgunder ANT 0682
  • Spaetburgunder Geiztrauben ANT 0667
  • Spaetburgunder Geiztrauben ANT 0666
  • Spaetburgunder rotes Blatt Gegenlicht a
  • Spaetburgunder ANT 0612
  • Spaetburgunder Tau ANT 1004
  • Spaetburgunder ANT 0461
  • Spaetburgunder Tau ANT 1003
  • Spaetburgunder ANT 1094
  • Spaetburgunder ANT 0466
  • Spaetburgunder ANT 0459
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0511
  • Spaetburgunder ANT 1089
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0503
  • Spaetburgunder ANT 0460
  • Spaetburgunder Beeren spiegeln 2
  • Spaetburgunder ANT 0684
  • Morgentau auf Spaetburgunderbeere
  • Spaetburgunder ANT 0502
  • Spaetburgunder ANT 1091
  • Spaetburgunder ANT 0955
  • Spaetburgunder ANT 1000
  • Spaetburgunder Tau ANT 1002
  • Spaetburgunder Blaetter 19
  • Spaetburgunder Blaetter 17
  • Spaetburgunder Laubfaerbung 3
  • Spaetburgunder ANT 0494
  • Spaetburgunder ANT 1228
  • Spaetburgunder ANT 1219
  • Spaetburgunder Reifebeginn ANT 0950
  • Spaetburgunder Blatt Gegenlicht 4
  • Spaetburgunder ANT 1216

    Die populärsten Spätburgunder-Weine stammten bis Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Burgund, wo er vermutlich schon von den Römern angebaut wurde. In De re rustica beschreibt der altrömische Schreiber Columella eine Rebsorte, die dem heutigen Spätburgunder zugeordnet werden könnte.

    Der Spätburgunder scheint in fast direkter Line von einer Wildrebe abzustammen. Die bekannte Biologin Carole Meredith schließt dies aus umfangreichen Genanalysen, die sie in den 1990er Jahren durchführte. Tatsächlich wuchsen bis zur Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts auch Wildreben bis im äußersten Norden Frankreichs. Die Analysen Merediths zeigen eine grundsätzliche Verschiedenheit zu den im Süden Frankreichs vorherrschenden Sorten, die vermutlich von den Griechen ins Land gebracht wurden. Eine Erklärung Ferdinand Regners, Pinot noir sei eine spontane Kreuzung des Schwarzriesling mit Traminer, konnte nicht bestätigt werden. Vielmehr ist der Schwarzriesling eine spätere Mutation des Spätburgunders.

    Nach Deutschland wurde der Spätburgunder im Jahr 884 durch Kaiser Karl III. als „Clävner“ eingeführt. In Baden wurde die Sorte daher noch lange als „Clevner“ oder „Klevner“ bezeichnet.

    Der Spätburgunder, auch frz. Pinot Noir, ital. Pinot Nero, Blauburgunder oder Schwarzburgunder genannt, ist eine bedeutende und qualitativ sehr hochwertige Rebsorte für Rotwein. Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird. Er ist der klassische Rote der kühleren Weinbaugebiete wie zum Beispiel des Burgund, aber auch fast aller deutschen Gebiete. Der Spätburgunder ist ferner eine wichtige Rebsorte für den Champagner. Die Alterung der Spätburgunder Weine ist nur schwer vorauszusagen und somit riskant. Spitzenweine aus dem Burgund können jedoch sehr langlebig sein und entwickeln dann außerordentlich komplexe Aromen. Im Allgemeinen verliert der Wein jedoch seinen Charme.

    Der Name „Pinot“ ist möglicherweise dem französischen Wort für Fichtenzapfen („pin“) entlehnt und hängt somit mit der Form der Traube zusammen.

    Außer den Klonen sind etliche Rebsorten bekannt, die aus einer Mutation des Spätburgunders hervorgingen. U.a. Frühburgunder,  Weißburgunder, Grauburgunder und Blauer Arbst. Der Weißburgunder könnte dabei eine Zwischenetappe zwischen dem Spätburgunder und dem Grauburgunder gewesen sein. Der genetische Fingerabdruck aller drei Sorten ist identisch!

    In August 2007 gaben französische Forscher über die Zeitschrift Nature bekannt, dass die DNA des Genoms des Spätburgunders als erste Rebsorte weltweit vollständig sequenziert sei.

    Zum Stammbaum

    weißliche, hellgrüne, stark gehaarte Triebspitze, Blatt mittelgroß, dunkelgrün, rau, blasig, 3 selten 5 lappig, Blattrand stumpf gezähnt, Traube mittelgroß, dichtbeerig, walzenförmig, selten geschultert, Beere mittelgroß, rund bis oval, dunkelblau bis violett, stark beduftet, dünnhäutig.

    VIVC9279 PINOT NOIR Mature leaf 4456
    Foto: Doris Schneider, Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof - 76833 Siebeldingen, GERMANY
     

    Hohe Lageansprüche, gute Holzreife, ausreichende Winterfrostfestigkeit, keine außergewöhnliche Krankheitsanfälligkeit, gegenseitiges Aufquetschen der dicht gepackten Beeren und Fäulnisbefall stellt ein Problem dar, insgesamt gutwüchsig und problemlos, Erträge eher niedrig je nach Klon 40-50hl/ha, aber auch bis 120 hl/ha durch verbesserte Fruchtbarkeit, Mostgewicht zwischen 80° und 100° Oechsle.

    Der Spätburgunder treibt mittelfrüh aus und ist somit empfindlich gegen eventuelle späte Frühjahrsfröste. Ihn zeichnet jedoch bei guter Holzreife eine gute Winterfrosthärte aus.

    Es handelt sich um eine weinbaulich eher schwierige Rebsorte. Die dünnhäutigen Früchte verlangen eine sehr feinfühlige Bearbeitung, da durch Verletzungen der Schale ihr Saft zu früh freigesetzt wird. Außerdem reagieren sie stark auf Klimaschwankungen (Hitze/Kälte). In kühlen Weinbaugegenden sollten nur Winzer, die über beste südseitige Hanglagen mit fruchtbaren, warmen und genügend kalkhaltigen Böden verfügen, an die Anpflanzung dieser Sorte denken. Sie ist anfällig gegen den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau. Des weiteren neigt sie zu Chlorose, Rohfäule und Virusbefall. Durch Klonselektion konnten einige dieser Probleme reduziert werden, neuere Klone aus Geisenheim, Freiburg und Weinsberg haben weniger Probleme mit Fäulnis, da die Schale der Beeren etwas stärker ist. Die aus ihnen gewonnenen Weine weisen allerdings  auch etwas andere sensorische Eigenschaften auf.

    Aufgrund des Umfanges haben wir die folgende Aufteilung der Klone vorgenommen:

     

    Nachfolgenden Fachartikel haben wir mit freundlicher Genehmigung des Autors Matthias Porten auf unsere Homepage übernommen: 

    Spätburgunderklone und Weinqualität

    Einleitung

    Die Wahl des richtigen Spätburgunderklons kann das Betriebsergebnis entscheidend beeinflussen. Besonders der 2000er Jahrgang hat gezeigt, welche negativen Einflüsse ein starker Botrytisbefall auf die Qualität eines Spätburgunderweins haben kann. Einem extremen Botrytisbefall kann z.B. mit der Wahl des richtigen Klons entgegengewirkt werden. Jedoch ist die Scheinresistenz gegen Botrytis eines Spätburgunderklons, z.B. durch Lockerbeerigkeit, nicht das einzige Kriterium, das zur Auswahl eines Klones führen sollte. Das Kriterium der inneren Qualität steht im Vordergrund. Die Qualität kann außer durch Botrytisbefall beispielsweise auch durch die Beerengröße und die Möglichkeit der längeren Reife am Rebstock stark beeinflußt werden. Ferner darf aus weinbaulicher Sicht das Kriterium eines aufrechten Wuchses, der arbeitswirtschaftliche Vorteile hervorbringt, nicht vergessen werden. Dies gilt es besonders bei der Gruppe der Burgunder, mit ihrer Tendenz zum sehr hängenden Wuchs, zu beachten. Aus Sicht des Weinbaubetriebs sind somit einige Aspekte zu berücksichtigen, die vor allem von den Vermarktungskanälen abhängig gemacht werden sollten.

    kleinbeerige und gleichzeitig lockere Klone aus Geisenheim, zur Produktion hochwertiger Spätburgunder-(Kult)-Weine

    20-13 Gm  Spätburgunder Gm 20-13      
    20-19 Gm Spätburgunder Gm 20-19  

    Die Eigenschaften

    von 20-13 und 20-19

    sind identisch.

    20-13 ist der häufigst

    gepflanzte Klon der

    Gruppe

     
    20-16 Gm Spätburgunder Gm 20-16 Spätburgunder Gm 20-16 Spätburgunder Gm 20-16  
      Der Gm 20-16 hat die kleinsten Trauben der Gruppe und ist auch nicht so lockerbeerig wie 20-13 und 20-19 Gm      
    20-20 Gm Spätburgunder Gm 20-20 Spätburgunder Gm 20-20  der 20-20 Gm hat häufiger eine größere Seitenschulter und die Beerendicke ist nicht so weit gestreut wie beim 20-13 und 20-19 und liegt meits im mittleren Bereich. In der Summe führt das zu einem höheren Ertrag wie bei den Klonen 20-16, 20-19 und 20-13  

    ANT 9519

    ANT 9525

    ANT 9524

     

     

    ANT 9523

    Nach unseren bisherigen Erfahrungen sind Selektionsweine mit den Klonen Gm 20-x praktisch in jedem Jahr gut erreichbar. Auch in schlechten Blütejahren sind die Klone sehr stabil gewesen. Insgesamt ergibt sich eine große Mostgewichtskonstanz über die Jahre, bei einem recht stabilen Ertragsniveau zwischen 60- und 70 hl/ha.

    aufrechtwachsende kompakte Klone aus Geisenheim mit sehr geringer Geiztriebbildung:

    Diese Klone mit recht hohem Ertragsniveau zeichnen sich durch Vorteile bei den Handarbeiten auf. Sie sind daher besonders gut für Steillagen geeignet, in denen gleichzeitig gute Belüftung herrscht

    senkrechtes

    Triebwachstum:

     Spätburgunder Gm 2-6 Spätburgunder Gm 2-6  

    2-2 Gm

    Spätburgunder Gm 2-2

     

    Spätburgunder Gm 2-2

       

    2-6 Gm

    Spätburgunder Gm 2-6

     Spätburgunder Gm 2-6

     Spätburgunder Gm 2-6

     

    2-9 Gm

    Spätburgunder Gm 2-9

         

    lockerbeerige Klone mit eher hoher Säure (Mariafeld-Typen) aus Freiburg, Weinsberg und der Schweiz:

    Dies sind weit verbreitete dickbeerige Standard-Klone mit recht hohem Ertragsniveau und wegen der lockeren Trauben geringstem Fäulnisbefall. Vorwiegend zur risikoarmen Produktion von Standard-Qualitäten. Bei Ertragsreduzierung auch für die fäulnissichere Produktion gehobener Qualitäten.

    Lockerbeerig, einfacher Aufbau des Traubengerüstes, konusförmige, wenig geschulterte Traube, Einzeltraubengewicht gemessen an anderen L-Klonen um 10-20 g reduziert, Qualitätssteigerung bei lockerbeerigen Spätburgunder-Typen, gleichmäßige Abreife aller Beeren einer Traube

    We M 1

    Spätburgunder We M 1

    We M 171

    Spätburgunder We M 171

    We M 242

    Spätburgunder We M 242

    We M 819

    Spätburgunder We 819

    We M 838

    Spätburgunder We 838

    We M 847

    Spätburgunder We 847

    We M 848

    Spätburgunder M 848

     

    Spätburgunder We M 848

     

    Spätburgunder We 848

    Anfang der 2000er Jahre machte sich die Rebenzüchtung der LVWO Weinsberg gezielt auf die Suche nach sehr kleinbeerigen und deutlich ertragsreduzierten Spätburgunder-Typen. So haben wir in alten Beständen verschiedener Anbaugebiete die interessantesten Typen ausgewählt. Über ein Jahrzehnt wurden diese beobachtet und ihre Weine verkostet. Die hochwertigsten Reben haben wir zu unserer Spätburgunder Premium „Selektion We SLK“ zusammengeführt. So ist unsere Cuvee bereits im Weinberg entstanden, die die besten Voraussetzungen für eine oenologische Veredelung im Keller bietet.

    Aktuell werden aus diesen Selektionen zwei Typen unterschiedlicher Herkunft auch am Rebenmarkt angeboten, die Selektion We SLK 1 und die Selektion We SLK 2.

    Selektion We SLK 1

    SLK 1  (C) Fotos, Sturm LVWO Weinsberg

    Die Selektion We SLK 1 entstammt einer Auslese aus dem Jahr 2002 im Heilbronner Raum aus einer sehr alten Spätburgunder-Anlage.

    Eigenschaften:

    –Traubenstruktur: sehr locker (-dichtbeerig)

    –Beerengröße: ca. 80% kleinbeerig + 20% mittlere Beerengröße

    –Hohe Zuckerleistung, ca. 95-100°Oe

    Sehr geringer Ertrag, ca. 40-80 kg, (Anschnitt- und standortabhängig)

    Weintyp: sehr dicht und stoffig, vollfruchtiges Aroma von dunklen Kirsch- und Waldbeeren, viel Körper und Mundfülle, samtig und langer Nachgang, weiche, elegante Tanninstruktur, tiefe Farbe.

    Zielsegment: für gezielte (Ultra-) Premiumqualitäten „wärmerer Typ“

     

    Selektion We SLK 2

    We SLK 2 a

    We SLK 2 b SLK 2 

    Die Selektion We SLK 2 entstammt einer Auslese des Jahres 2002 aus einer alten Spätburgunder-Anlage in der Pfalz. Die Ursprungsreben waren französischer Herkunft.

    Weintyp: dichtes Aroma mit würzigen Noten, Fruchtfarbe etwas heller als bei SLK 1, mitunter leichte Lakritz im Nachgang, etwas kräftigere Tanninstruktur als SLK 1

    Zielsegment: für gezielte (Ultra-) Premiumqualitäten „kühlerer Typ“

     

     

     

     


    lockerbeerige Klone mit eher hoher Säure (Mariafeld-Typen) aus Freiburg und der Schweiz:

    Dies sind weit verbreitete dickbeerige Standard-Klone mit recht hohem Ertragsniveau und wegen der lockeren Trauben geringstem Fäulnisbefall. Vorwiegend zur risikoarmen Produktion von Standard-Qualitäten. Bei Ertragsreduzierung auch für die fäulnissichere Produktion gehobener Qualitäten.

    Fr L 12

    Spätburgunder Fr L 12

     

    Spätburgunder Fr L 12

    Fr L 13

    Spätburgunder Fr L 13

     

    Spätburgunder Fr L 13

     Spätburgunder A 2107

    Auer 2107

     

    Die F-Klone sind kompakt bis geringfügig locker (Häufig von Jahr zu Jahr alternierend)

    F 105  Spätburgunder F 105

    Hohe Qualität ca 4-5 Grad Oe über den Standardklonen, bezüglich Botrytisanfälligkeit Mittelstellung zwischen lockerbeerigen und kompakten Klonen. Ist ein Klon aus dem Auslesejahr 1959, inzwischen aber durch die jetzige Anbauversion F 105/7 weiterentwickelt. Im fortgeschrittenen Alter von über 15 Jahren wird der Abstand des Mostgewichtes zu den sogenannten Standardklonen dann allerdings etwas geringer. Seine Beerengröße ist burgundertypisch, aber nicht besonders kleinbeerig. Gute Wüchsigkeit (viele Geiztriebe)  verlangt nach eher mittelstark wachsenden Unterlagen.

    F 105 S Spätburgunder F 105 S

    Der Klon ist aus dem Klon F105 hervorgegangen. Er soll eine verbesserte Blütefestigkeit haben. Seine Eigenschaften sind weitgehend mit dem Ursprungsklon F105 identisch, mit dem kleinen Unterschied, dass manchmal eine größere Lockerheit bei Ursprungsklon F105 zu beobachten ist. Dafür wurde aber die Alternanz reduziert, bzw. die Ertragsstabilität damit verbessert. Erträge bis 180 kg/ar sind möglich, aber natürlich nicht erstrebenswert. Dieser Klon ist inzwischen mit Abstand der meistangebaute Frank-Klon.

    F Classic  Spätburgunder F Classic

    Der Klon entstammt aus dem in den 60-70er Jahren verbreiteten Klon Frank 106, der größere Beeren und eine niedrigere Säure hat, aber leider sehr botrytisanfällig war. Ein Mutant aus dem Klon F106 zeigte kleinere Beeren und bessere Botrytisfestigkeit bei einem ausgezeichneten Mostgewicht. Eine Besonderheit soll darin bestehen, dass die Kleinbeerigkeit und Lockerheit der Trauben oft erst ab dem 3. Ertragsjahr charakteristisch in Erscheinung treten. Um Verwechslungen mit dem dichtbeerigen Ausgangsklon F106 auszuschließen, hat der Züchter die Klonbezeichnung “FrankClassic” eintragen lassen.

    F Charisma (Zuchtnummer: F105/7/3) ist noch ein relativ junger Klon. Zuchtziel ist die weitere Verschlankung der Traube bei größerer Lockerbeerigkeit und niedrigerem Ertragsniveau. Das hohe Mostgewicht aus dem Ausgangsklon blieb erhalten bzw. konnte eher gesteigert werden.

    F Vision Spätburgunder F Vision Spätburgunder F Vision

    (Zuchtnr. F105/7/5) Er ist auch eine Weiterentwicklung des Ursprungsklones F105 >F105/7. Es sei gelungen, die Botrytisfestigkeit weiter zu verbessern. Das Traubengerüst sei lockerer, der Ertrag gegenüber den Elternklone tendenziell niedriger. Die Traube ist eher kleiner und im Schulterbereich schmaler. Er ist ein Schwesternklon des Klones Frank-Charisma (F105/7/3), eher noch lockerbeeriger, im Ertrag im langjährigen Mittel aber tendenziell schwächer. Extrem schlechte Blütejahre bereiten ihm mehr Probleme als dem Frank-Charisma.

     

    F Pinot

    Spätburgunder F Pinot
    Spätburgunder F Pinot Spätburgunder F Pinot  
    Spätburgunder F Pinot Spätburgunder F Pinot Spätburgunder F Pinot  
    Spätburgunder F Pinot      
    Spätburgunder F Pinot Spätburgunder F Pinot Spätburgunder F Pinot  

    Der Klon Frank Pinot ist der jüngste und noch am wenigsten verbreitete Klon im Sortiment des Züchters. Die Trauben sind auffallend kleinbeerig, auch mischbeerig. Das heißt, kleine Beeren sind mit einigen größeren Beeren durchsetzt. Dies führt zu einem freieren Traubengerüst und damit zu geringerer Botrytis. Der Ertrag ist deutlich unterdurchschnittlich und der Klon soll wegen seiner Kleinbeerigkeit speziell der Produktion hochwertiger Rotweinqualitäten dienen. Der Klon ist deutlich reifeverzögert, was man an der Umfärbung der Beeren am Besten beobachten kann. Aufallend ist auch der abweichende Habitus (am Rand zurückgerollte Blätter) im Vergleich zu anderen Spätburgundern, siehe Bilder der Blätter.

    französische Klone:

    Klon Nr Herkunft Jahr   Bemerkungen
    115 Colmar 1975 élevé Production régulière, clone de qualité.
    Pinot 115 Pinot noir 115 Pinot Noir 115 Pinot noir 115

    hohe Qualität, aber große Botrytisgefahr, da kompakt

    Entav 667 Dijon 1980    

    Entav 777

    Pinot noir 777 Pinot noir 777 Pinot noir 777

     



      Pinot noir 777 Pinot noir 777 höhere Qualität, aber sehr große Botrytisgefahr. Nur für gut belüftete Standorte.  
    Entav 828

    Pinot noir 828

    oft geschulterte Trauben, manchmal lockerbeerig

    Pinot noir 828 Pinot noir 828  
    Entav 828 Pinot noir 828      
    Entav 943 Dijon 1989

    Klon Samtrot

    Spaetburgunder Klon Samtrot 09040103 Samtrot  
    Eine unbehaarte Mutation des Schwarzrieslings ist die Rebsorte Samtrot. Sie wurde 1928 von Hermann Schneider in seinem Heilbronner Weinberg entdeckt und 1929 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg zur Vermehrung übernommen. Samtrot, so benannt 1950, wird ausschließlich in Württemberg angebaut, und hier hauptsächlich im Heilbronner Raum auf insgesamt 321 Hektar (Stand 2003). Die schwach tragende Sorte ist qualitativ dem Schwarzriesling überlegen. Sortenrechtlich ist Samtrot als ein Klon des Blauen Spätburgunders eingestuft, bezeichnungsrechtlich ist Samtrot ein Synonym des Blauen Spätburgunders im Anbaugebiet Württemberg, ebenso wie die Bezeichnung Clevner.

    Er liefert schwankende Erträge, ansonsten ähnelt er dem Spätburgunder. Die Farbe ist ziegelrot, die Aromen erinnern an Brombeere, Himbeere, Kirsche. Er hat eine feine weiche Säure.

    Rühl, E., et al.; 1995: Klone für jede Lage. Das Deutsche Weinmagazin, 23-25

    Lindner, B., et al.; 1999: Neue Spätburgunder Klone praxisreif. Das Deutsche Weinmagazin H8, 28-31

    Kröll, T.; 1975: “6-38”, ein neuer Spätburgunder-Klon aus dem Ahrtal. Deutsches Weinbau-Jahrbuch 26, 31-35, Waldkircher Verlag, Waldkirch

    Becker, N., et al.; 1988: Ergebnisse der Vergleichsprüfung von Klonen des Blauen Spätburgunders. Der Badische Winzer, 364-373

    Weis, E.; 1988: Spätburgunder Rotweinklone. Weinausbau und sensorische Prüfung. Der Badische Winzer, 373-380

    Schöffling, H., et al.; 1993: Klon-Züchtung bei Weinreben in Deutschland. Waldkircher Verlag, Waldkirch

    Jahresbericht SLFA Neustadt (heute DLR Rheinpfalz)

    Jahresbericht Staatliches Weinbauinstitut Freiburg

    Versuchsberichte der Zentralstelle für Klonenselektion, DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Dienstsitz Oppenheim

    Hill, B.; 1986: 60 Jahre Staatliche Rebenzüchtung und Rebenveredlung in Lauffen a.N. Rebe und Wein 39, 398-403

    Bleyer, K.; 2001: Klonenzüchtung beim Blauen Spätburgunder. Der Deutsche Weinbau H19, 12-17

    LVWO-Homepage: Veröffentlichungen, Rebsorten/Züchtung

    LVWO-Klonenbroschüre, Mai 2002

    Thoma, K.; 1981: Baden und seine Burgunder. Badischer Weinbauverband e.V., Rombach Verlag Freiburg, 68-82

    Thoma, K.; 1981: Die Burgundersorten in der Obhut der badischen Erhaltungszüchter. Der Badische Winzer, 207-214

    Thoma, K.; 1985: Vergleichsprüfung von Klonen des Blauen Spätburgunders. Der Badische Winzer, 441-444

    Thoma, K.; 1986: Ergebnisse der Vergleichsprüfung von Klonen des Blauen Spätburgunders. Der Badische Winzer, 364-374

    Thoma, K.; 1988: Neue Spätburgunderklone. Der Badische Winzer, 411-415

    Thoma, K.; 1992: Vergleichsprüfung von Klonen des Blauen Spätburgunders. Der Badische Winzer, 456-462

    Thoma, K.; 1993: Klone des Blauen Spätburgunders im Vergleich. Deutsches Weinbau-Jahrbuch 44, 49-61, Waldkircher Verlag, Waldkirch

    Thoma, K.; 1995: Blauer Spätburgunder: weniger Botrytis mit L-Klonen. Der Badische Winzer H1, 31-34

    Thoma, K.; 1996: Ergebnisse von L-Klonen des Blauen Spätburgunders (Teil 1 u. 2). Der Badische Winzer H10, 22-24, H11, 34-36

    Thoma, K.; 2001: Neue Spätburgunder-Klone in der Prüfung. Der Badische Winzer, H3, 24-28

    Thoma, K.; 2003: Ergebnisse von neuen Spätburgunder-Klonen (Teil 1). Der Badische Winzer, H12, 24-26

    Thoma, K.; 2004: Ergebnisse von neuen Spätburgunder-Klonen (Teil II). Der Badische Winzer, H4

    Thoma, K.; 2004: Weinqualität von neuen Spätburgunder-Klonen. Der Badische Winzer, H12

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